Internationaler Verband der Tarifeure


Geschichte des IVT

 

Der Internationale Verband der Tarifeure (IVT) feierte 2011 das Jubiläum seines Einhundertjährigen Bestehens, Damit gilt es einer langen Zeit eines immens wechselvollen Geschehens zu gedenken. Der IVT ist damit die älteste, auf österreichischen Boden existente sowie agierende Lobbying-Organisation des öffentlichen Verkehrs, was nicht ohne Stolz gesagt werden kann.

 

1911 in Triest vom damaligen Herausgeber des "Allgemeinen Tarif-und Schifffahrts-Anzeiger" (ATA) Prof. Alexander Freud initiiert, wurde auch später in Wien eine nationale Organisation begründet. Die damaligen Verhältnisse waren für die Entwicklung der beiden Institutionen günstig, womit diese einen regen Mitgliederzulauf zu verzeichnen hatten. Der erste Weltkrieg führte allerdings zu einer erheblichen Zäsur, da mit dem Zerfall der Donau-Monarchie das große Österreich zum Kleinstaat wurde, dem man keinen langen Bestand weissagte. Trotzdem fanden sich genügend Fachleute, mit entsprechender Erfahrung, welche die Weiterführung der Verbands- sowie Vereinsgeschäfte in ihre Hände nahmen. In der Folge entstanden mehrere Landesgruppen und 1930 wurde Wien mit der Abhaltung des I. Internationalen Tarifeurkongresses zur Metropole des Frachtwesens. Als Mentor dieser und der nachfolgenden Veranstaltung in Prag findet sich der Name Prof. Alexander Freud mit großen Zielvorstellungen. Diese konnten jedoch allesamt nicht mehr verwirklicht werden, da der zweite Weltkrieg diese Bemühungen zunichte machte. Das Verbot sowie die Tatsache, dass viele jüdische Mitglieder das Land verlassen mussten, in den Konzentrationslagern des NS-Regimes oder im kriegerischen Inferno umkamen, zeugt von dem schmerzlichen Aderlass, den diese Zeit gefordert hat.

 

Die nachfolgenden Jahre begannen mit dem Aufleben der Vereinstätigkeit in Wien und den Aktivitäten der ersten Stunde. Mit der Wiedererrichtung des Internationalen Verbandes der Tarifeure (IVT) in Wien 1970 wurden weitere gut besuchte Kongresse und Symposien mit großen Programmen und Zielen organisiert. Damit kann gesagt werden, dass der Verband dem Auftrag zur Weiterentwicklung der Fachkenntnisse seiner Mitglieder zu wirken, kontinuierlich entsprochen hat.

 

In der Zwischenzeit hat ein Wandel eingesetzt. womit der Tarifeur von heute nicht mehr mit dem Frachtkalkulanten der Vergangenheit identifiziert werden kann. Er ist vielmehr jener gefragte Experte, der die Logistik in all ihren Facetten beherrscht und vom Warenkauf bis zu den Rechtsbeziehungen der Lieferung, jenen erheblichen Wissensvorsprung sein eigen nennt, um am Markt seine Leistung wirksam darzustellen.

 

 

Wien, im März 2011

 

Commendatore Hon. Prof. Dr. habil. rer. soc. oec. Kurt Spera,

 

Präsident des Internationalen Verbandes der Tarifeure (IVT)