Internationaler Verband der Tarifeure


Die Reisen der Freuds - visuelle und interkulturelle Erfahrungsgeschichten

Dieser Tage fand eine interessante zweitägige Veranstaltung im Sigmund Freud Museum statt,  die sich eingehend mit den Reisen der Familie Freud beschäftigt hat und an der auch der Präsident unseres Verbandes mit einem vielbeachteten Beitrag teilgenommen hat. Von namhaften Fachleuten wurden Themen, wie MAKOM – Orte der modernen jüdischen Raumerfahrung; Völkerwanderung, Homer, Shakespeare und Freuds Englandreise 1908; Talent zum Lebensgenuss; Ein Jude aus Mähren, dessen Eltern aus dem österreichischen Galizien stammen; Alexander Freud; Harry Freud und seine Reisealben,; Techniken und Motive der Laienfotografie; Judaica – Visualisierungen jüdischer Kulturgeschichte  vom 19. – 21. Jahrhundert im europäischen Raum; Lesung Land der Immobilität, Migration und Flucht sowjetischer Juden; Traumreisen, Reiseträume – über eine besondere Verknüpfung bei Sigmund Freud und ihre Folgen; So weit zu reisen, es so weit zu bringen; Reiseliteratur und  Postkarten; ausführlich behandelt.

 

Im Rahmen dieser Vorträge hat Prof. Dr. Spera die Person Alexander Freuds mit dessen besonderen journalistischen und geografischen Fähigkeiten herausgestrichen, womit er die These in den Mittelpunkt stellte, dass viele der Reisen von Sigmund ohne die Organisation sowie die finanzielle Unterstützung von Alexander kaum zustande gekommen wären. Auch blieb die Tatsache nicht unerwähnt, dass Alexander auf Grund mangelnden Lernerfolges die Schulgeldbefreiung gestrichen wurde und er eine Lehre in einem Wirtschaftsverlag antreten musste. Später führte ihn sein Weg zum ATA wo er seine Fähigkeiten einsetzen konnte und es zum führenden Verkehrswissenschaftler in Österreich – Ungarn brachte. Der Titel „Kaiserlicher Rat“ sowie die ihm früh verliehene Professur an der k.u.k. Exportakademie hat zu einer leichten Verstimmung unter den Brüdern geführt, da Sigmund es nicht verkraften konnte, dass sich der Jüngere 3 Jahre vor ihm mit dem Professorentitel schmücken konnte. Letztlich spielte auch die Erwähnung der Beziehung von Alexander Freud zu den Tarifeuren bei denen er im Zug seiner Reisen in Triest die Initialzündung zur Gründung des Internationalen Verbandes (IVT) gegeben hat sowie die Organisation der ersten Tarifeurkongresse 1930 in Wien und 1937 in Prag, eine wesentliche Rolle. Interessant auch noch die Feststellung, dass Sigmund trotz der Reiseorganisation von Alexander mit minutiös angegebenen Abfahrtszeiten, oft sogar bis 4 Stunden früher am Bahnhof war, immer von der Angst beseelt, die Abfahrt des Zuges zu versäumen.

 

Zusammenfassend eine rundum sehr erfolgreiche Veranstaltung. 

Ankunft der MS Viktoria: aus den "Reisealben" des Harry Freud

Triest Hafen - aus den "Reisealben" von Harry Freud