Internationaler Verband der Tarifeure


Erweiterte Präsidiumssitzung 2015 in Sopron

 

Am 2. und 3. Oktober 2015 fand in Sopron die Sitzung des erweiterten Präsidiums des IVT statt, im Rahmenprogramm fanden Vorträge namhafter Referenten statt, über die hier ebenfalls berichtet folgend wird. Die zugehörigen Präsentationen finden Sie nebenstehend rechts.

 

Protokoll der erweiterten Präsidiumssitzung vom 2. - 3. Oktober 2015 in Sopron

 

Begrüßt wurde die Tagung durch deren Gastgeber, Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Szaba Szekely von der Raaberbahn AG, der den Teilnehmern viel Erfolg sowie einen angenehmen Aufenthalt im Hotel „Sopron“ wünschte. 

Sodann eröffnete der Präsident des IVT Dr. Kurt Spera die erweiterte Präsidiumssitzung mit der Feststellung, dass diese angesichts der Flüchtlingsströme die Österreich derzeit in Mitleidenschaft ziehen, einen Rückschlag in der Anzahl der Anwesenden gebracht hat. 

Der erste mit Spannung erwartete Vortrag kam von Dr. Csaba Szekely der als Generaldirektor-Stellvertreter der Raaberbahn AG die über Entwicklung des Schienenverkehrs in Österreich - Ungarn sowie in weiterer Folge in Europa referierte und die Raaberbahn zu einem wichtigen Player im Konzert der Europäischen Eisenbahnen aufsteigen ließ, was von den Teilnehmern mit großem Beifall zur Kenntnis genommen wurde. Den Vortrag von Dr. Szekely, sowie die Ausführungen der anderen Referenten finden Sie in der Berichterstattung zur erweiterten Präsidiumssitzung.

Als nächste Vortragende kam die Leiterin der Abteilung Verkehr und Umweltschutz der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien zu Wort, die gravierende Probleme bei den Angebote der Transportunternehmen für die Arbeitnehmer als, deren Konsumenten angesprochen hat. Hier ist auch noch zu sagen, dass die Kandidatur von Mag. Sylvia Leodolter mit einer groß angelegten Kampagne „Eine Frau für die OTIF“ vom IVT wesentlich unterstützt wurde. Letztlich haben sich die Mitgliedstaaten dieser Organisation in der Mehrheit für das Althergebrachte somit für den bisherigen Amtsinhaber Herrn Francois Davenne aus Frankreich, entschieden. Allerdings hoffen wir doch, mit unseren Argumenten, einige Bewegung in die OTIF gebracht zu haben. Konsequenterweise hat der IVT Mag. Leodolter in Anerkennung ihrer Arbeit und für ihr Wirken als Kandidatin Österreichs für die Funktion einer Generalsekretärin der OTIF das „Goldene Verbandsabzeichen für besondere Verdienste“ übereicht, das diese mit sehr bewegten Worten entgegen genommen hat.

Der nächste Teil der Tagung begann unter dem Vorsitz von Dr. Gustav Kafka, Vizepräsident des IVT, der seinem Referenten Ing. Peter Sorger aus der Slowakei, der bei der OTIF auf den Bereich Technik spezialisiert war, vorstellte. Im Rahmen seiner Ausführungen berichtet der Vortragende übe die wenig bekannte Entwicklung der internationalen Eisenbahnorganisationen auf Grund deren Wirkung seit ihrer Gründung, wichtige Eckdaten des Schienenverkehrs vereinbart wurden: So sind etwa mit der Gründung des CIT 1902 und des IVT im Jahre 1911 durch Prof. Alexander Freud in Triest einige Beispiele aus der sich rasant anbahnenden Entwicklung zu nennen.

Der nächste Vortragende war Dr. Stefan Ebner von der Wirtschaftskammer Österreich, der sich im Wesentlichen mit dem Thema Transport und der darauf basierende Umweltbelastung beschäftigt hat. Dabei ging er von einer Reduzierung des Schadstoffausstoßes aus, die durch vielfache Maßnahmen erreicht werden soll, was ebenfalls hier in den veröffentlichen Vorträgen im Detail erwähnt wird.

Den weiteren Vorsitz der Tagung hat der Generalsekretär des Verbandes Dr. Hans-Joachim Schramm übernommen, der das Wort an Herrn Cesare Brand, dem Generalsekretär des CIT, Bern, gegeben hat. Dessen Vortrag beinhaltete das Thema „Herausforderungen für die Zukunft“. Es ging hierbei vor allem um konkrete Herausforderungen, welche sich dem CIT, gegenüber der europäischen Eisenbahnpolitik, stellen. Dies betrifft vor allem die Liberalisierung, den Wettbewerb sowie auch um die Kooperation. Viele Eisenbahnverkehre, so Hr. Brand, werden im Rahmen von gemeinsamen Abkommen gefahren. Ein weiterer Diskussionspunkt und erwähnenswert ist der Trend, der zunehmend die Verwendung des elektronischen Frachtbriefs vorsieht, wenngleich die EU letzteren noch nicht akzeptiert hat.

Als letzte Vortragende wirkte Dr. Sandie Calme, Rechtsanwältin aus Paris, die über die rechtliche Absicherung des geschuldeten Kaufpreises hinsichtlich internationaler Eigentumsverhältnisse als Zukunftsprojekt allgemein und über die Anwendung, z.B. als Übereinkommen über Sicherungsrechte über rollendes Eisenbahnmaterial (siehe Protokoll von Luxemburg), im Speziellen.

Allen Vortragenden wurde die „Professor Alexander Freund Medaille“ in neuer Ausstattung überreicht, welche mit erheblichem Applaus entgegen genommen wurde. 

Um 17 Uhr begann die Präsidiumssitzung des IVT, bei der die leitenden Funktionäre des Verbandes ihre Statements abgaben:

Zunächst gab es eine Laudatio des Vizepräsidenten Dr. Kafka, der die Tätigkeit des Präsidenten Dr. Spera in der dessen 45 Jahren einer konzilianten und erfolgreichen Funktionsausübung erörtert wurde. Der Verband ist bei internationalen Harmonisierungsbestreben - was den Eisenbahnverkehr im Allgemeinen betrifft - immer ein wesentlicher Mitgestalter oder Ratgeber sowie ein Expertengremium ersten Ranges gewesen. Dr. Spera bedankte sich bei Dr. Kafka, für dessen Worte und versichert im Sinne der bisherigen Bestrebungen weiter zu machen und die Interessen des IVT zu wahren. Letztlich sprach er auch seine Verbundenheit alle jenen Funktionären und Partnern aus, die an den bisherigen Erfolgen des Verbandes Anteil hatten. 

Der Präsident erörterte sodann die vom Verband erbrachte intensive Unterstützung der Kandidatur für die Wahl zur Generalsekretärin der OTIF, Mag. Sylvia Leodolter von der Arbeiterkammer Wien, mit einer Kampagne „Eine Frau für die OTIF“ und über das Aufsehen erweckende Interview mit Genannter, hinsichtlich zu setzender gesetzten Aktivitäten in der OTIF. Wenn auch die Bestrebungen des IVT im Rahmen der Generalversammlung 2015 bezüglich der Wahl nicht in Erfüllung gegangen sind, da sich die Mehrheit der Mitgliedsstaaten für keinen neuen Weg und somit mehrheitlich für die Wiederwahl von Herrn Francois Davenne, entschieden haben, konnten doch Denkanstöße des IVT für die Zukunft der OTIF gesetzt werden. Im Übrigen lobte der Präsident die bisherige Entwicklung der Homepage des IVT, welche ständig weiter ausgebaut wird und in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch, teilweise auch in Russisch verfügbar ist. Im Weiteren bedauerte er, dass die Kollegen - von der serbischen Tarifeur-Vereinigung - wegen der durch die Flüchtlingswelle gegebenen Probleme nicht kommen konnten. Der IVT hätte sie gerne in Sopron begrüßt. Der Präsident dankte Letztlich der Raaberbahn für die Einladung zum bevorstehenden Abendessen am Samstagabend und für die aktive Mithilfe bei der Organisation des Treffens in Sopron und betonte den guten Ablauf der Veranstaltung. Herr Prok. Josef Hinterer von der Raaberbahn erhält für seine Mitarbeit an der Vorbereitung der Sitzung in Sopron das Verbandsabzeichen in Silber verliehen.

Dr. Schramm sprach dann über die Alexander-Freud-Medaille, die auf Grund eines Neuentwurfs angefertigt wurde. Die Ausführung besteht in einer Kristall-Medaille, die am Tisch aufstellbar ist. Diese kostengünstige Fertigung (im Gegensatz zur bisherigen Münzen, deren Prägestempel sehr teuer kommt) sowie die ansehnliche dekorative Hülle, machen die gedachte Auszeichnung zu einem wertvollen Geschenk. Das Antlitz von Alexander Freud, dem Gründer des IVT (Gründungsjahr 1911), ist in das Glas mit Laser eingraviert. Das Konzept der Gravur ist von Frau Sofya Parfenova, einer Online-Grafikdesignerin aus Wien, den Vorgaben gemäß sehr ansprechend entworfen worden. Dr. Schramm sprach dann noch über neu gewonnene Mitglieder, die vorläufig abgesagte Exkursion zur Voest Alpine, und meinte, dass wir die Exkursion voraussichtlich Mitte nächsten Jahres nachholen werden. Hr. Pryszlak von der Voest Alpine wird die Exkursion nach Leoben - Donawitz aller Voraussicht nach nächsten April vorbereiten.

Als letztes kam noch ein Bericht der Schatzmeisterin, Frau Mag. Claudia Kaiser, über die Mitgliedsbeiträge 2015 und den Kontostand. Kurz angesprochen wurden die laufenden Ausgaben des Verbands sowie das sehr sparsame Gebaren bei der Verwendung der Einnahmen. Die Finanzen wurden dann von der Rechnungsprüferin, Frau Mag. Hernler von der Graz-Köflacher Bahn- und Busgesellschaft (GKB) als ordnungsgemäß verwaltet angenommen.

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