Internationaler Verband der Tarifeure


Besuch der Ausstellung „Verdrängte Jahre“

Kürzlich besuchten Mitglieder des Verbandes, wie angekündigt, Ausstellung „Verdrängte Jahre“, wo sie eine exzellente Führung durch Frau Milli Segal, eine Mitgestalterin dieser Ausstellung, erwartet hat. Es war ein interessantes, aber auch beklemmendes Bild, das uns bei dieser Gelegenheit vor Augen geführt wurde. Den Beginn machte das Jahr 1938, wo mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten nicht nur Österreich ausgelöscht wurde, sondern auch die Österreichischen Bundesbahnen in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert wurden. Mit den dann folgenden Maßnahmen wurde der gesamte Verwaltungsapparat einer Gleichschaltung unterzogen, unliebsame Mitarbeiter entfernt und an deren Stelle Nazigrößen gesetzt. Die Eisenbahner mussten einen Treueeid auf Adolf Hitler schwören und eine erhebliche Bespitzelung wurde damit alltäglich. Der zuständigen Reichsbahndirektion Wien wurden sodann Sonderaufgaben überantwortet, die ein erschreckendes Bild dieser Zeit wiedergeben. So waren es erst die Kindertransporte, die jüdische Buben und Mädchen bis zum Kriegsbeginn in das rettende Ausland verbrachten und später stand die Beförderung von Juden, Sinti, Roma und allen Gegnern des Regimes in die Todeslager an der Tagesordnung. Es war eine fürchterliche Vorstellung, wie die Menschen in den Viehwagen ihre oft letzte Reise antreten mussten und selbst für die Fahrt in die Vernichtung wurde ihnen die Bezahlung eines Fahrpreises 3. Klasse abverlangt. Es war auch erschütternd zu erfahren, dass trotz der immens wichtigen Kriegstransporte für die Fronten, noch immer Kapazitäten an Wagenmaterial für die Todeszüge vorgehalten wurden und Namen wie Eichmann und Novak als „Fahrdienstleiter des Todes“ bekannt, für Momente wieder ins Gedächtnis gerufen wurden. Letztlich gedachte die Ausstellung auch jener Eisenbahner die den Mut aufbrachten in jener Zeit Widerstand zu leisten, was zu einer Reihe von Todesurteilen führte. Alles in allem kann gesagt werden eine eindrucksvolle, aber auch beklemmende Ausstellung, deren Eindrücke noch lange nachhaltig Wirkung zeugen wird.